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Nach einer 15- stündigen Reise, die bereits um 2 Uhr am GaF startete, kamen wir in unserer Partnerstadt, Imatra an. Dort begegneten wir zum ersten Mal unseren Gastfamilien, die uns freundlich aufnahmen.  In den folgenden zwei Tagen beschäftigten wir uns individuell mit unseren Gastschülern und -schülerinnen.

Am Montag besuchten wir mit voller Begeisterung die Schule, denn schließlich hatten wir dort freien Zugang zum Internet. Außerdem konnten wir ein paar unvergessliche Stunden mit unseren Gastschülern/innen in einem der fortschrittlichsten Bildungssysteme Europas verbringen. Darauffolgend aßen wir Pulla (eine Art Sahnegebäck) und tranken Tee oder Kaffee, während die IB-Schülerinnen, die alle Unterrichtsfächer auf Englisch haben, uns etwas über Imatra erzählten. Nach unserer zweiten Unterrichtseinheit, die jeweils 75 Minuten dauerten, gingen wir in die Schulkantine, in der jeder Schüler umsonst eine warme Mahlzeit erhält.

Für uns war damit der eigentliche Schultag vorbei und wir begaben uns mit dem Bus, größtenteils aber ohne unsere Gastschüler, auf eine Exkursion zum Stahlwerk Ovako. Dort bekamen wir nach einem kurzen Snack eine äußerst interessante Führung, bei der wir zum Beispiel sehr eindrucksvoll das elektrische Schmelzen von Schrott und das Walzen von heißem Stahl miterleben durften.

Im Anschluss fuhren wir zur nur wenige Kilometer entfernten russischen Grenze. Und konnten einen etwas verwirrten aber zutraulichen Spürhund kennenlernen und einen Einblick in die Arbeit der Grenzbeamten gewinnen.

Spät am Abend fuhren wir wieder zurück zur Schule, um von dort von unseren Gastschülern abgeholt zu werden und um bei ihnen abermals etwas zu essen zu bekommen.

Ein neuer Tag begann… Wieder einmal mussten wir unter der Aufsicht eines finnisch sprechenden Lehrers verweilen, bis wir zum erneut Male in die Kantine gingen. Da an diesem Tag die Abiturabschlussfeier war, versammelten sich die Lehrer, einige Schüler und wir in ihrer Schulaula, um einen finnischen Vortrag anzuhören sowie zu singen, während einer Musikvorstellung. Es war sehr beindruckend, wie patriotisch die Finnen sind, da die Feier gleichzeitig auch die schulische Veranstaltung zur Unabhängigkeitsfeier war, wurde feierlich die finnische Flagge in den Festsaal getragen und gehisst. Wie auch bei uns üblich war damit für Schüler und Lehrer der Schultag beendet und wir stürzten uns mit unserer Gastfamilie in die überfüllten Supermärkte, um noch alles Notwendige für den 100. Unabhängigkeitstag am 6.12.2017 zu besorgen.

So wurde der Mittwoch zu einem zusätzlichen freien Tag für uns an dem die Meisten am Abend das von der Stadt Imatra organisierte Feuerwerk und die in blauweiß gehaltene Wassershow am Imatrankoski bestaunten.

Am Donnerstagmorgen mussten wir zum Bahnhof, weil wir mit dem Zug nach Lappeenranta wollten, um dort eine deutsch-englische Führung mit einem Reiseleiter zur Festung zu machen und diese zu besichtigen. Danach hatten wir eine längere Freizeit, in der wir in der Innenstadt, in der man sich eigentlich nicht verlaufen konnte, da es nur eine Hauptstraße gab, gehen konnten. Viele nutzten die Gelegenheit an dieser Stelle Souvenirs für die Lieben daheim zu kaufen und nach etwas Essbarem Ausschau zu halten, bis wir uns auf den Weg zum nach Imatra abfahrenden Zug machen mussten. Dort angekommen, gingen wir wahlweise zurück zum Haus der Gastfamilie oder hielten uns irgendwo anders auf, bis wir mit allen Gastschülern/-innen und einigen Lehrern das Vorweihnachtsfest, genannt Pikkujoulu, in einer Schwimmhalle feierten. Dort bestand die Möglichkeit in die Sauna zu gehen und in der Schwimmhalle oder dem eiskalten Fluss Vuoksi zu schwimmen bzw. zur Abkühlung im Schnee zu liegen. Außerdem gab es etwas Kleines zu essen und zu trinken. Dies war unser letzter Tag und somit unsere Abschlussfeier, die wir mit kleinen Spielen und Liedern sehr genossen.

Am Freitag trafen wir uns um 8 Uhr am Bahnhof Imatra und wurden von vielen unserer Gastschüler verabschiedet und waren nach einem strapaziösen Reisetag mit Zwischenstopp in Riga irgendwann um ca. 23 Uhr zurück in Salzgitter, wo wir von unseren Eltern bereits erwartet wurden.

Abschließend kann man sagen, dass sich diese lange Reise größtenteils gelohnt hat, denn wir bekamen dadurch die Möglichkeit eine andere Kultur kennen zu lernen sowie ein anderes Schulsystem, während wir bei den netten, freundlichen und zuvorkommenden Gastfamilien untergebracht waren. Allerdings erzählte man uns, dass es im Sommer dort deutlich schöner ist, als im Winter.

Wir freuen uns jetzt schon darauf, die Finnen im Frühjahr bei uns begrüßen zu dürfen.

 

Verfasserinnen des Textes:

Sarah Lempke und Isabel Zyla