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Schon seit unserem Besuch in Imatra freuten wir uns auf den Gegenbesuch der Finnen bei uns in Deutschland. Spätestens aber seit den Osterferien haben sich die Familien intensiv auf ihre/n Gastschüler/in vorbereitet und ein Wochenend-Programm geplant.

Für drei Familien waren über E-Mail und Whatsapp erst kurz vor Ostern erste Kontakte geknüpft worden, da sie sich freundlicherweise bereiterklärt haben, trotz verpasster Gelegenheit eines Besuchs in Finnland selbst einen der 10 Gastschüler aufzunehmen. 

Am Dienstag, d. 10. April gegen ca. 17 Uhr trafen die Finnen in Salzgitter ein und wurden von ihren Gastfamilien mit einer Mischung aus Freude, Neugier und Aufregung in Empfang genommen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die finnischen Gäste bereits eine 12-stündige Reise hinter sich und so war es nicht weiter verwunderlich, dass sich die Gruppe schnell auflöste und das Kennenlernen der übrigen Gast-Familien-Mitglieder erst einmal im Vordergrund stand.

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Am folgenden Morgen wurde die Gruppe durch unsere neue Schulleiterin Frau Akkermann im Selbstlernzentrum begrüßt, bevor sich die gesamte Gruppe (abgesehen von zwei Schülerinnen, die ihre Klausuren nicht verpassen wollten) in Richtung Schacht Konrad aufmachte. Dort angekommen gab es eine kurze Einweisung und Ausstattung für den Besuch unter Tage. Den Außentemperaturen dieses warmen Apriltages konnte man dort aber nicht entfliehen, da in 1000 m Tiefe bis zu 36°C herrschen. Den Finnen hat es allerdings gefallen, zumal es in Imatra gerade erst zu tauen begonnen hatte und alles über dem Gefrierpunkt eine Wohltat war. Es waren aber nicht nur die Temperaturen, sondern auch die rasante Fahrt unter Tage, die kurzen Stopps, bei denen man auch Salz aus dem Bergwerk kosten konnte und die ca. fünfminütige Fahrt in und aus dem Schacht, die alle Teilnehmer tief beeindruckt hat.

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Nach einem kleinen Snack ging es dann in den Ratssaal des Rathauses, wo wir durch Herrn Heinisch aus der Abteilung für Städtepartnerschaften mit einer Pizza und Souvenirs begrüßt wurden. Schon bei seinem kurzen Vortrag über die Stadt und seine Arbeit wurde klar, dass er mit den Eltern eines Finnen befreundet ist, da diese selbst im Rahmen von Sportveranstaltungen miteinander zu tun hatten.
Mit einem schönen Ausblick von der Dachterrasse endete das Programm des zweiten Tags.

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Am Donnerstag ging es früh los nach Wolfsburg. Zunächst konnte noch ca. eine Stunde Geld im Outlet-Center ausgegeben werden, bevor es zu einer sehr interessanten Werkstour durch die Fertigung des VW-Werks ging. Es war spannend zu beobachten, wie die Roboter in Windeseile große Bestandteile, wie z.B. bei der Hochzeit (Zusammenführung von Motor und Karosse), zusammensetzten und verschraubten.

Danach wurden wir noch durch die Autostadt geführt und haben ein paar Erinnerungsfotos mit wirklich tollen Autos machen können.

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Freitags sollten die Finnen dann auch mal das deutsche Schulsystem und den Unterricht kennenlernen. Dazu besuchten sie gemeinsam mit ihren Gastschülern deren Unterricht und verabschiedeten sich danach in das von den Gastfamilien geplante Wochenende. Zu den Aktivitäten gehörten unter anderem Ausflüge nach Hannover, Berlin oder in den Harz.

 

Am Sonntagabend fanden wir uns alle zu einem gemütlichen Treffen in der Schule ein. Dabei hatten die Gastfamilien für die Verköstigung und die Finnen für das Entertainment, bestehend aus einem Quiz, bei dem man vieles über Finnland lernen konnte (z.B., dass alle Finnen gleichzeitig in die Sauna gehen könnten, da es ca. halb so viele Saunen wie Finnen gibt), und einer Tanzstunde, der sich auch die Lehrkräfte nicht entziehen konnten, gesorgt.

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Ein schöner und kurzweiliger Abend ging zu Ende, und eigentlich hätten wir noch weitermachen können, wenn nicht die Verabschiedung in den Gastfamilien und in einigen Fällen auch noch das Kofferpacken auf dem Programm gestanden hätte.

 

Der Abschied am Montagmorgen fiel keinem von uns leicht. Mit Tränen in den Augen und nach vielen Umarmungen und guten Wünschen mussten wir schweren Herzens mit ansehen, wie die Finnen in den kleinen Bus Richtung Berlin gestiegen sind.
Wir sind sehr froh, dass der Austausch wieder stattgefunden hat und können es kaum erwarten, im nächsten Schuljahr wieder für eine Woche nach Imatra zu fliegen.

 

Ein großer Dank geht an die engagierten Gastfamilien, ohne die ein solcher Austausch gar nicht möglich wäre. Außerdem gilt der Dank unserem Kollegium, sei es für die freundliche Aufnahme einer finnischen Kollegin, das Zupacken und Erscheinen am Abschlussabend und/oder das Mitnehmen der finnischen Gäste in den Unterricht.