Nach drei Schülerbegegnungsfahrten in unsere Partnerstadt Créteil haben vierzehn Schülerinnen und Schüler unseres 8. und 9. Jahrgangs im Schuljahr 2018/19 das Abenteuer eines ‚echten‘ deutsch-französischen Austauschs gewagt.

 

  1. März bis 27. März 2019 : Les élèves franҫais à Salzgitter

 

„Wie weit tragen uns wohl unsere Französischkenntnisse? Ob wir auch gut miteinander auskommen? Wie wird das sein, eine Woche lang ein Familienmitglied mehr zu haben?“ Die freudige Anspannung war regelrecht greifbar, als der Zug mit den französischen Schülerinnen und Schülern des Collège Plaisance und des Lycée Léon Blum am 21. März am Lebenstedter Bahnhof einfuhr.

Die französischen Schülerinnen und Schüler waren begeistert von Salzgitter und Umgebung: Neben gemeinsamen Projekten am GaF standen ein gemeinsamer Ausflug in die tausendjährige Kaiserstadt Goslar bei herrlichem Sonnenschein, ein Erkunden der Autostadt in Wolfsburg und ein Spaziergang zum Ratssaal des Rathauses auf dem Programm, wo uns Herr Heinisch vom Büro für Städtepartnerschaften mit Pizza, Souvenirs und einer herzlichen Begrüßung – en franҫais bien sûr – empfangen hat. Natürlich durften auch ein gemeinsames typisch deutsches Kaffeetrinken mit leckerem selbst gebackenem Kuchen und ein echtes Wirtshausessen nicht fehlen. Auch die Begrüßung durch unsere Schulleiterin, Frau Akkermann, die unsere französischen Gäste mit farbenfrohen GaF-Taschen und umweltfreundlichen GaF-Stiften überraschte, fand großen Anklang.

Am Bahnhof Lebenstedt nur sechs ereignisreiche Tage später: Umarmungen, Tränen, ein deutsch-französisches Sprachengemisch, „Bon voyage! A bientôt à Créteil!“, „Gute Fahrt! Bis bald in Créteil!“.

  1. Mai bis 15. Mai 2019: Les élèves allemands à Créteil et à Paris

 So schnell war die Zeit vergangen: Am 9. Mai gab es erneut Aufregung und Reisefieber: Mit dem ICE und dem TGV ging es von Braunschweig über Frankfurt nach Paris: Wer eine Zugfahrt macht, kann etwas erzählen, auch wenn man noch gar nicht in Frankreich angekommen ist: Waggon suchen, Plätze suchen, Reisende überzeugen, dass sie auf dem falschen Platz sitzen, eine laute Reisegruppe „bestaunen“, in kürzester Zeit umsteigen, dann neue Plätze suchen, nun endlich in einem französischen Zug, dem TGV. Kaum am Bahnhof „Gare de l’Est“ angekommen und schon einmal Pariser Luft geschnuppert, gab es das nächste Abenteuer: Mit der Metro bis nach Créteil – und das bedeutete nicht nur umsteigen, sondern auch Treppen rauf, Treppen runter mit allen 16 Personen und Gepäck! Wir haben niemanden verloren!!! Wer Paris kennt, weiß, was es bedeutet, abends gegen 18 Uhr die Metro zu benutzten. In Créteil an der Métro-Station warteten dann die Gastfamilien auf unsere Schülergruppe: Es gab ein freudiges Wiedersehen der Jugendlichen und eine warmherzige Begrüßung durch die französischen Eltern. Damit begann das Abenteuer Rückbesuch in Frankreich.

Der Aufenthalt war insgesamt ausgefüllt mit einem umfangreichen Programm, nur unterbrochen durch das Wochenende „en famille“.

  1. Es scheint an diesem Wochenende nicht nur leckeres und typisch französisches Essen gegeben zu haben, sondern auch interessante Ausflüge: Entweder schon einmal nach Paris hinein, um den Eiffelturm im Dunkeln zu bewundern; einige waren sogar im Louvre oder in Versailles oder im Parc Asterix; viele waren aber auch erst einmal im größten Einkaufsparadies Créteils, dem Centre commercial Créteil Soleil mit 158 Geschäften.
  2. Es gab die Unterrichtsbesuche unserer Schüler in den Klassen der „corrès“, sowohl am „collège“ als auch am „lycée“. Schule in Frankreich ist doch anders, stellte unsere Schülergruppe fest: Die Schulstunden dauern länger, freitags ist für einige erst um 16 oder 17 Uhr Schulschluss, der Schulhof (am collège) ist abgeschlossen und es gibt eine richtige „cantine“. Überrascht waren unsere Schüler auch, dass sie von vielen französischen Schülern angesprochen wurden. Es hatte sich herumgesprochen, dass Deutsche zu Gast waren.
  3. Es gab eine Stadtführung durch Créteil („en car“), organisiert vom „Comité de Jumelage“, bei der man über die vielen unterschiedlichen Viertel und Baustile Créteils staunen konnte, aber auch die Ähnlichkeit zu Salzgitter entdeckt hat: schon allein durch den See. Auch in Créteil wurde die gesamte Schülergruppe im Rathaus empfangen und herzlich von der stellvertretenden Bürgermeisterin, Madame Defortescu, begrüßt. Wir durften auf den Plätzen der Abgeordneten des „Conseil Municipal“ Platz nehmen und Fragen stellen. Um die deutsch-französische Freundschaft zu festigen, gab es anschließend eine symbolische deutsch-französische Hochzeit. Allein schon der Trausaal, der sogar unter Denkmalschutz steht, ist beeindruckend.
  4. Auf dem Programm standen „naturellement“ auch einige Touren zu den „attractions de Paris“: Auch hier hieß es wieder: Metro fahren und lernen, wie das System funktioniert, um sich nicht zu verlieren. Leider war es nicht möglich – wegen zu großen Andrangs - das Musée d’Orsay und die berühmten Impressionisten zu bewundern, aber dafür konnten wir bei strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel die Aussicht vom Tour Eiffel bewundern und anschließend während einer Bootstour auch viele weitere Sehenswürdigkeiten entdecken. Traurig war nicht nur die deutsche Schülergruppe über den Anblick der Kathedrale Notre Dame, auch die Franzosen waren erschrocken: Nur einen Monat nach dem Brand sieht man deutlich, was alles zerstört ist. Unsere Schülerinnen- und Schüler hätten die Kathedrale so gerne besichtigt und wären gerne auf die Türme geklettert. Aber Freude kam dann beim Anblick der Pyramide am Louvre auf: „impressionnant“. Von dort aus ging es zu Fuß quer durch die Tuilerien bis zum Place de la Concorde und die Champs-Elysées hinauf bis zum Arc de Triomphe.
  5. Den Abschluss dieses Aufenthaltes bildete ein gemeinsames Abendessen in einer Crêperie: „délicieux“, aber so langsam kam Abschiedsschmerz auf. Am Mittwoch ging es dann mit dem Zug zurück: im Gepäck mit vielen neuen Eindrücken, neuen Erkenntnissen, sicherlich vielen kleinen Souvenirs und vor allem neuen Freunden.

Unser großes MERCI gilt an dieser Stelle den deutschen Familien, die unsere französischen Gäste so herzlich und engagiert aufgenommen und durch die Woche begleitet haben.

Et un grand MERCI également aux familles françaises pour l’accueil chaleureux de nos élèves allemands.

Ein besonderer Dank an alle Unterstützer des Austauschs, an Herrn Heinisch und Mme Defortescu von offizieller Seite, besonders auch an das Comité de Jumelage in Créteil.

Besonders wichtig ist es uns, einen großen DANK ans Collège und ans Lycée zu schicken: merci pour l’organisation et pour l’accueil, merci pour l’expérience, pour les visites, pour les discussions et pour votre amitié. On se reverra : Merci Jennifer et Chloé au collège, merci Axel au lycée.

(Dr. Bettina Wendler, Saskia Stockmann)

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